Jutesachen für Mark S. Hanson
Kategorien: Christ + Welt, Kollekte. Das Religionsblog | 0 Kommentare
23. Juli 2010 | Autor: Benjamin Lassiwe
Mark S. Hanson wurde reich beschenkt: Der Präsident des Lutherischen Weltbundes erhielt von den Frauen der in Stuttgart tagenden Vollversammlung einen Einkaufsbeutel aus Jute, hergestellt in einem Frauenprojekt in Kolumbien. Behängt mit einer Birne und einer Tomate aus Stoff und bestickt mit den Worten „Gender Justice“ und „Gender Gerechtigkeit“, in zwei Worten leicht falsch geschrieben.
Zuvor hatten eine Gruppe von Frauen über die Ergebnisse der „Vorbereitenden Konsultation der Frauen zur LWB-Vollversammlung“ informiert. „Frauen, die Leitungspositionen in Gesellschaft und Kirche ausfüllen, Menschenhandel und die ungerechte Verteilung von Nahrungsmitteln sind die Themen, bei denen wir nach Gerechtigkeit schreien.“
In die Versammlung eingebracht wurden Resolutionen, die die Mitgliedskirchen aufforderten, Frauen stärker in Leitungspositionen zu berücksichtigen. „Wir bitten Kirchen, die keine Frauen ordinieren, in Gebeten darüber nachzudenken, welche Auswirkungen ihr Nichtstun in diesem Zusammenhang für diejenigen Frauen hat, denen verwehrt wird, ihre gottgegebene Berufung auszuüben, weil sie Frauen sind“, heißt es im Text. „Der Schmerz dieses Ausschlusses und der Verlust ihrer Gaben bedeuten Leiden und Verlust für die ganze Kirche.“
Ob des unerwarteten Geschenks noch etwas gedankenverloren, trat Mark S. Hanson anschließend ans Rednerpult. Mit dem Einkaufsbeutel über der Schulter kündigte er die Jugendlichen an, die das Ergebnis ihrer Jugendvollversammlung vortanzten. In einer langen Schlange sprangen sie auf die Bühne, und warfen zu moderner Musik Äpfel in eine dort aufgestellte Mülltonne. Auch sie kämpften auf der Bühne für Frauen, Geschlechtergerechtigkeit und Generationengerechtigkeit. Und, mit Pappschildern, gegen Vorurteile. „Ich bin eine Frau, ich muss am Herd bleiben“, sagte eine der Jugendlichen, bevor ihr ein Schild mit der Aufschrift Frau umgehängt wurde. Schließlich wurden die Äpfel wieder aus der Tonne geholt und den Delegierten übergeben. Mark S. Hanson erhielt bei dieser Gelegenheit das zweite Geschenk des Tages.
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